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| „Kultur“ des
frühzeitigen Ruhestands |
| Durch die jahrelange, von Arbeitgebern wie
Gewerkschaften verfolgte und öffentlich finanziell geförderte
Praxis der Frühverrentung ist in Deutschland eine „Kultur des
früher Aufhörens“ entstanden. Empirische Untersuchungen belegen,
dass die Mehrheit der Arbeitnehmer gerne vorzeitig in den
Ruhestand gehen möchte; nur zum kleineren Teil, weil sie dies aus
gesundheitlichen oder anderen Gründen müssen, zum größeren Teil,
weil sie es sich leisten können und „etwas von ihrem Ruhestand
haben wollen“.
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| Empirische Belege |
Renteneintritt:
70 % wissen noch nicht genau, wann sie in Rente gehen werden
Davon würden gerne 74 % vor 65 aufhören – die Mehrzahl
direkt
22 % bis 65 und 4 % auch länger arbeiten
Wer sein Renteneintrittsalter schon weiß, ist zumeist in
Altersteilzeit
Gründe für früheres
Aufhören:
81 % wollen möglichst viel vom Ruhestand haben
30 % müssen es aus gesundheitlichen Gründen
Gründe für längeres
Arbeiten:
59 % weil es sonst finanziell nicht reicht
53 % weil die Arbeit Spaß macht
39 % weil ich nicht untätig herumsitzen will
8 % weil mein Arbeitgeber mich braucht
Quelle: Christoph von Rothkirch u. a.: Einstellungen älterer Arbeitnehmer
zum Renteneintritt - Eine empirische Untersuchung in
nordrhein-westfälischen Betrieben, Düsseldorf 2005
Download des Projektberichtes |
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Eine im Auftrag des
nordrhein-westfälischen Arbeitsministeriums 2004/2005 zu diesem
Thema durchgeführte empirische Untersuchung erbrachte als ein
zentrales Ergebnis, dass die überwiegende Mehrheit der (ca. 900)
befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 45 Jahren gerne
früher als mit dem gesetzlichen Rentenalter in den Ruhestand gehen
möchte. Als Begründung für den Wunsch nach vorzeitigem
Rentenbeginn werden deutlich seltener „Push-Faktoren“ einer nicht
mehr erträglichen Beschäftigungssituation genannt, sondern weitaus
häufiger die „Pull-Faktoren“ positiver Erwartungen und konkreter
Pläne für den Ruhestand.
Ohne Übertreibung kann konstatiert werden, dass der frühzeitige Ausstieg
aus dem Arbeitsleben in Deutschland für Arbeitgeber wie
Arbeitnehmer zum Normalfall geworden ist und als solcher auch
angesehen wird. |
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